Borkum - Maik Meid

Fundraising Kongress 2014: Fremde Fotos legal nutzen

Fundraising Kongress 2014: Table Session mit vielen Bildern

Schöne Bilder sind zu Recht ein Dauerbrenner unter Netznutzern und besonders natürlich auch beim Einsatz in gemeinnützigen Organisationen. Dieser Blogbeitrag ist ein Rückblick auf die Table-Sessions beim 21. Deutschen Fundraising Kongress 2014 vom 02.-04. April 2014 in Berlin. In zwei Sessions saßen wir mit insgesamt circa 30 Leuten zusammen, die sich über die Nutzung von fremden Fotos informieren wollten.
Danke, dass Ihr und Sie vor Ort wart. Auf Wunsch der Teilnehmenden hier noch die fehlenden Links und die Zusammenfassung.

Grundsätzliche Aussagen in der Zusammenfassung

Es ist natürlich und in fast allen Zusammenhängen sinnvoller, eigene Fotos zu verwenden. Diese sollten auch, je nach Einsatzgebiet entsprechend hochwertig sein, dennoch die Arbeit der Organisation gut repräsentieren. Den Einsatz eines guten Fotografen gibt’s bei einer eigenen Vorbereitung ab 500,- Euro Tagessatz aufwärts. Nach oben gibt es nur wenige Grenzen. Diese Sätze sind vielfach durch Nonprofits nicht leistbar.

Table Session - Maik Meid

So sah es aus: Table Session beim Deutschen Fundraising Kongress 2014

Bei Einsätzen z.B. in Blogs oder auf diversen Flyern der Organisationen ist ein Einsatz von Datenbankmaterial durchaus machbar. Umso einfacher ist es, sich von einer Website ein Foto zu kopieren, um es bei sich wieder einzusetzen. Vorsicht. Böser Fehler. Auch der Hinweis auf den Fotografen erlaubt noch lange keine Nutzung und ist illegal. Durch die immer feiner werdenden Möglichkeiten im Monitoring ist aus Abmahnungsgründen dringend davon abzuraten. Denn:

Es gibt im Netz gute Alternativen, kostenloses Bildmaterial zu nutzen.

Ein Hinweis auf die Rechtslage. (Verbunden mit dem weiteren Hinweis, dass dieser Text selbstverständlich keine Rechtsberatung darstellt und im Falle des Falles stets ein Jurist hinzugezogen werden sollte. Ich bin Praktiker, kein Jurist!) Es gibt etliche unterschiedliche Grundlagen, Bilder nutzen zu können auf Grundlage diverser Lizenzmodelle.

Die Tablesessions beschäftigten sich primär mit der Gemeinfreiheit sowie den Creative-Commons-Modellen.

Grundsätzlich lässt sich jedes Medium (Fotos, Videos, Texte, Kombinationen) durch den Autor unter ein Creative Commons (CC) Lizenz stellen. Diese Lizenzen unterteilen sich in unterschiedliche Module.
Allen Modulen gleich ist die strikte Benennung des Urhebers bei Nutzung durch Dritte sowie die Verlinkung zur Lizenz. Der Urheber kann durch die Modulfestlegung binden, welcher Nutzung er automatisch zustimmt. Die Module sind alle mit einander kombinierbar.
Grob und mit dem Stand vom April 2014 sind dies folgende Module:

BY: Namensnennung
SA: Share-Alike – Weitergabe unter gleichen Bedingungen
NC: Non-commercial – keine kommerzielle Nutzung
ND: Non-Derivates – keine Bearbeitungen

Das NC-Modul ist aus Sicht von gemeinnützigen Organisationen etwas tricky. Zwar untersagt das Modul die Nutzung des Mediums für kommerzielle Zwecke, die Nutzung durch „Non-Profits“ in Deutschland gilt jedoch als gewerblich und somit ist die Nutzung ausgeschlossen. Wer auf der sicheren Seite sein will, nutzt ausschließlich Medien, die das Modul NC nicht integriert haben.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

flickr beispielsweise bietet in der erweiterten Suche direkt an, ausschließlich CC-Bilder zur kommerziellen Nutzung zu suchen. Ebenso tun es die anderen Anbieter. Wikimedia Commons arbeitet ausschließlich mit freiem oder CC-Material.

Das Getty-Problem

Vor wenigen Wochen ging durch die Presse, dass der professionelle Bilderdienst Getty seine Datenbanken zur „kostenlosen Nutzung“ geöffnet habe. Dies jedoch ist ein wenig irreführend. Getty war bislang bekannt, gegen Fremdnutzer und nicht lizenzierte Nutzung der eigenen Bilder vorzugehen. Nun dreht man das Modell um und sagt, dass die eigenen Bilder durch Nutzung von iframes kostenlos auf eigene Websites oder Blogs eingebunden werden dürfen. Hierüber wurde bereits viel geschrieben und das Fass soll nicht noch einmal aufgemacht werden. Dennoch: Vieles ist unklar. Beispielsweise ist noch sehr schwammig formuliert, was eine kommerzielle Website ist. Denn auf diese dürfen die Bilder nicht eingebunden werden. Ist aber eine Seite einer Non-Profit Organisation, die mit dieser Spenden sammelt kommerziell?
Mein Rat: Finger weg, so lange nicht eindeutig geklärt ist, was Sache ist. Denn Gettys Abmahnungen sind teuer!

Problem Soziale Netzwerke

Die Nutzung von Bildern auf der eigenen Website ist das eine, die Nutzung in sozialen Netzwerken das andere. Beispielsweise wird mit der Nutzung auf Facebook eine Unterlizenz an Facebook selbst erteilt. Dies wiederum widerspricht häufig den Urlizenzen. Vor der Nutzung von Bildern z.B. Facebook sollte eine Verträglichkeit dringend überprüft werden.

Quellen

Es gibt sooo viele nutzbare Medien. Unglaublich. D64 hat dies mal zusammengefasst.

flickr: bietet knapp 300.000 Bilder unter einer CC-Lizenz
Wikimedia Commons: circa 20 Mio. CC-Bilder.
Creative Commons Search:
foter.com
picjumbo
Google erweiterte Bildersuche
PhotoRack
photopin.com
500px
Wellcome Images: 100.000 CC-Bilder im Archiv
stock.xchng
Unsplash
RGB Stock
Morguefile
FreeFoto.com
deviantART
PublicDomainPictures.net

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] guten Mutes DFRV: DFRV kritisiert weitere Portoerhöhung der Deutschen Post fundraisingnetz.de: Fundraising Kongress 2014: Fremde Fotos legal nutzen Springer: Fundraising nimmt eine rasante Entwicklung Akquisos: Aktueller Newsletter Filantro: […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.