Call for Paper - Maik Meid

Fundraising Kongress Call For Paper: Selber!

Mitte des Jahres. Nun ist es also wieder soweit. Der Deutsche Fundraising Verband ruft zum Call for Paper für den kommenden Deutschen Fundraising Kongress 2015 in Berlin.

Für Nicht-Eingeweihte

Der Deutsche Fundraising-Kongress, kurz „DFK“ ist seit über 20 Jahren eines der wichtigsten und einflussreichsten Netzwerktreffen der im Fundraising und Sozialmarketing aktiven Menschen. Seit Jahren in der Kritik polarisiert der Kongress fast jedes Jahr auf’s Neue, bezogen auf den recht hohen Preis, die Qualität der Beiträge, die Rolle von Dienstleistern im Vergleich zu den Angehörigen von gemeinnützigen Organisationen, der Intransparenz in der Auswahl der Themen und den Spannungsbogen zwischen durchführenden Agenturen und Verband. Man geht eben hin, oder aus Überzeugung nicht. Nichts desto trotz ist und bleibt der Kongress ein wichtiger und oft auch weitreichender Impuls für das deutschenFundraising. Er erlebte Höhen und Tiefen (siehe letztes Jahr durch den Auftritt von Frau Ohoven und der spontan sich entwickelten Parallelveranstlaltung im Untergeschoss des Hotels.) Man trifft sich und dies regelmäßig einmal im Jahr in Berlin.

Call for Paper!

Und ich höre die Stimmen schon jetzt wieder: Man kann es und wird es einfach niemandem recht machen können. Durch die Neuwahl des Vorstands des Deutschen Fundraising Verbands wurde angekündigt, dass nun etwas mehr Transparenz in den Auswahlprozess rein soll. Gut so! Aber jedes Jahr mit dem Call For Paper habe ich das Gefühl, dass erneut alles wieder von vorne los geht. Und seit dem ich die Seiten gewechselt habe, Dienstleister geworden bin und keine Organisation mehr die Kosten für Übernachtung und Teilnahme übernimmt, fange ich doch an zu Grübeln ob sich die teure Investition lohnen wird.

Klar, die Fundraising-Szene lebt vom Geben und Nehmen. Und ich kenne niemanden aus dem Kollegenkreis, der nicht bereit ist, sich zu beteiligen. Also wird es auch dieses Jahr Themenvorschläge aus meiner Richtung und im Doppelpack mit einem Kollegen geben.

Aber Du, lieber Kongress, bist auch mal an der Reihe.

Jedes Jahr gibt es stets erneute kritikwürdige Dinge, an die Du jetzt ran musst. Daher, lieber Kongress, mach Dir jetzt mal Deinen eigenen Call for Paper, bevor Du die anderen fragst.

Das hier möchte ich sehen.

Das Abendprogramm stand immer sehr in der Kritik. Persönlich gesehen war es schon mal sehr gelungen, aber beim letzten Mal war die Auswahl allerdings wirklich völlig vorbei und sorgte für Alternativparties außerhalb des Galaraums.

Daher meine Tipps: Sehen möchte ich für eine mögliche Eröffnung oder Keynote eines großartigen Abendinputs:

Prof. Peter Kruse

Peter Kruse ist in der digitalen Szene ein Begriff. Wie kein anderer zeigt er sehr kompakt nicht nur in der Enquetekommission Digitalisierung des Deutschen Bundestags, welche kommenden Enwicklungen der Gesellschaft nicht erspart bleiben werden. Das unten eingebettete Video ist ein Klassiker und gut investierte vier Minuten. Er hätte uns allen eine Menge zu sagen und erst recht den Zweiflern der Digitalisierung in Nonprofits, Stiftungen und dem gesamten Dritten Sektor.

Prof. Gunter Dueck

„Wild Duck“ bezeichnet das Internet als gesellschaftliches Betriebssystem und ist ein Garant für gute Unterhaltung in Kombination mit unveränderbaren Fakten. Er hält den Teilnehmenden den Spiegel vor und stellt Fragen, die eigentlich selbstverständlich beantwortet werden können müssten. Sein Auftritt auf der re:publica 2011 giltbis heute als Klassiker. Dueck ist ein grandioser Querdenker und wäre ein perfekter Input für den Deutschen Fundraising Kongress.

Eine andere Moderation

Lieber Kongress, bitte gib kein Geld für professionelle Moderatoren mehr aus. Auch wenn beim letzten Mal wirklich ein Profi auf der Bühne war, der auch mal „Fundraising“ richtig aussprechen konnte, so haben wir mit Sicherheit auch professionelle Sternchen innerhalb unserer Community. Da gäbe es schon welche. Mir zumindest fällt mindestens eine Person ein.

Wieder (mehr) Netzwerktickets

Das wäre wirklich schön, denn damit – so kann ich mir vorstellen – kämen wieder mehr Kolleginnen und Kollegen nach Berlin, die keinen inhaltlichen Input möchten. Das sollte doch jetzt auch nach der Zurückholung des Kongresses in die Verbandsgemächer drin sein, oder?

Ein Termin wäre schön.

Nein, das wäre nicht schön. Das wäre absolut notwendig! Mal ehrlich, lieber Kongress. Wenn Du einen Call for Paper machst, dann sollten wir alle auch wissen, für wann wir unsere Zeit opfern sollen. Aber nirgendwo lässt sich ein genauer Termin finden. Ist auch eher schwierig.

Nur so weit. Ich würde mir das wünschen.
Und für alle diejenigen, die sich nun auch beteiligen möchten: Hier ist das Formular zum Bewerben und bis zum 31.08.2014 ist Zeit. Als Kategorien gibt es auch dieses Mal die ganztägigen Workshops, die kürzeren Seminare und die mittlerweile etablierten Tablesessions.

Viel Erfolg dabei!